BIOGRAPHIE
Ausbildung.
Der Wiener Tenor Franz Gürtelschmied genoss bereits als Kind eine vielseitige musikalische Ausbildung und studierte Sologesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Prägende Persönlichkeiten in der Ausbildung seiner Stimme waren Prof.in Irina Gavrilovici (Wien) sowie Estill Master Trainer Oliver Wejwar (Wien) und ist derzeit Operacoach Monika Rebholz (München).
Anfänge.
Franz Gürtelschmied war 2014 Mitglied des renommierten Young Singers Project der Salzburger Festspiele. Bald darauf war er 2016 in der Kategorie „beste männliche Nebenrolle“ für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert.
Erste, entscheidende Karriereschritte führten ihn vom Int. Wagner Festival Wels, bei dem er früh in diversen Jungtenorpartien in Wagners Bühnenwerken engagiert war, direkt zu den Salzburger Festspielen, wo er als Pedrillo in „Die Entführung aus dem Serail“ für Furore sorgte sowie in Harry Kupfers „Rosenkavalier“-Produktion unter Franz Welser-Möst auf der Bühne des Großen Festspielhauses debütierte.
Karriere. Oper.
Seither ist Franz Gürtelschmied international an renommierten Häusern und bei wichtigen Veranstaltern tätig. Sein Repertoire reicht vom Barock über die großen Kompositionen der Klassik und des Belcanto, über die Operette bis hin zu zeitgenössischen Werken. Bei seinem Debüt an der Oper Graz feierte er einen großen Erfolg als Tony in „West Side Story“. Es folgten Engagements als Steuermann in Richard Wagners „Der Fliegende Holländer“ bei Ádám Fischers Budapest Wagner Days und als Knappe an die Opéra Bastille Paris in einer Neuproduktion von „Parsifal“ unter Philippe Jordan. Dorthin kehrte er 2021 als Erster Priester und Erster Geharnischter in „Die Zauberflöte“ unter der Leitung von Cornelius Meister in der Regie von Robert Carsen zurück.
Er war am Staatstheater Oldenburg für Ravel „L´heure espagnole“ und Puccini "Gianni Schicchi“ engagiert, gastierte mehrfach an der Oper Leipzig unter Ulf Schirmer als Erster Gralsritter in „Parsifal“ sowie beim Maggio Musicale Fiorentino (Ferruccio Busoni „Doktor Faust“ und 4. Jude in Richard Strauss „Salome“). Am Musiktheater Linz debütierte er als Balthasar Zorn in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ unter der Leitung von Markus Poschner.
Als regelmäßiger Gast der Oper Graz war er in den vergangenen Saisonen im Sparten-Übergreifenden Abend von Oper, Schauspiel und Ballett „Der Bürger als Edelmann – Le bourgeois gentilhomme“ (J.-B. Lully ) unter der Leitung von Konrad Junghänel zu erleben und wurde 2026 in der halsbrecherischen C-Partie des Athlète in „Castor et Pollux“ von Jean-Philippe Rameau (Dirigat: Bernhard Forck) gefeiert.
Die vergangenen Saisonen boten somit eine vielfarbige Palette an neuen künstlerischen Herausforderungen und stete Erweiterung seines Opernrepertoires aus denen Gürtelschmieds vielbeachtetes Debüt als Italienischer Sänger im „Rosenkavalier“ unter GMD Stefan Vladar am Theater Lübeck hervorsticht.
Moment. Zeitgenössisch.
Auch dem Musiktheater des 20. und 21. Jahrhunderts widmet sich Franz Gürtelschmied intensiv. Bei der Neuen Oper Wien sang er sowohl die jungdramatische Tenor-Hauptrolle Alkibiades in Ernst Kreneks „Pallas Athene weint“ (ausgezeichnet mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2018) als auch die Partie des Louis Ironson in den Erstaufführungen von Peter Eötvös´ „Angels in America“ in Wien und am MÜPA Budapest, sowie den Staller in Gerd Kührs Musiktheater „Stallerhof“ nach F.X. Kroetz. 2016 war er Teil des Welturaufführungs-Cast von Thomas Adés Oper „The Exterminating Angel“ bei den Salzburger Festspielen.
Herzblut. Operette.
Neben den zahlreichen Opernproduktionen beweist Franz Gürtelschmied seinen Wiener Charme regelmäßig in diversen großen Operetten-Partien - von Johann Strauß mit dem Barinkay im „Zigeunerbaron“, Alfred in „Die Fledermaus“, über Franz Lehár und seinem Camille de Rosillon in der „Lustigen Witwe“, bis hin zu Emmerich Kálmán mit Edwin in „Die Csárdásfürstin“ zuletzt in der Schweiz. Am Theater Lübeck bewies er in seiner Persiflage als Italienischer C-Tenor Pirelli in Stephen Sondheims Klassiker „Sweeney Todd“ abermals seine Wandlungsfähigkeit und Spielfreude (Regie: Werner Sobotka).
Leidenschaft. Konzert.
Ein weiterer Fokus liegt für Franz Gürtelschmied auf seiner Karriere am Konzertpodium. Große Beachtung fand sein Debüt mit Carl Orffs „Carmina Burana“ im Wiener Musikverein im Herbst 2026, wo er in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Gast war, u.a. mit Bruckners „Te Deum“ unter Manfred Honeck. Dieses Monumentalwerk sang er auch bei einem Festkonzert in der Wiener Augustinerkirche im Solistenquartett gemeinsam mit KS Camilla Nylund, KS Annely Peebo und Günther Groissböck. Eine Dänemark-Tournee mit Haydns „Schöpfung“ unter Ádám Fischer, die „große Beethoven Akademie“ der Wr. Symphoniker unter Philippe Jordan im Wiener Konzerthaus sowie in der Philharmonie de Paris waren weitere Highlights seiner bisherigen Konzertkarriere. Regelmäßig wird der Tenor vom Festival Styriarte eingeladen, mit großem Erfolg bei Mendelssohns „Lobgesang“ und Händels „Messiah“ unter Andreas Stoehr sowie mit Schuberts „Messe in Es-Dur“ unter Andrés Orozco-Estrada. Der „Lobgesang“ brachte den Tenor im Winter 2026 auch erstmalig für ein Gastspiel nach Japan. Darüber hinaus war sein Kalender durchspickt mit Konzertreisen mit Bachs „H-Moll Messe“, Mozarts Requiem sowie Operetten-Galas u.a im Lincoln Center New York, in Washington und dem KKL Luzern. Regelmäßig ist er als Tenorsolist in Oratorien und Orchestermessen in den großen Wiener Kirchen wie etwa dem Stephansdom zu erleben.
Poesie. Lied.
Franz Gürtelschmied erarbeitet sich mit großer Passion ein breites Liedrepertoire und wird dabei von KS Robert Holl betreut und beraten. Er trat etwa im Rahmen einer Schubertiade im Teatro Olimpico mit Sir András Schiff auf und musizierte andernorts mit Elisabeth Leonskaja. Gemeinsam mit Stephan Matthias Lademann verwirklichte er in den vergangenen Jahren Rezitale ausgewählter Schubert-Lieder, Schumanns „Heine-Liederkreis op. 24“ und seiner „Dichterliebe“ sowie ausgewählten Liedern von Richard Strauss. Diverse Liederabendprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten wie etwa Kompositionen unterschiedlicher Epochen und Schöpfer arrangiert um die jeweiligen Dichter in Verbindung mit deren Lyrik sind derzeit in Planung. Zuletzt tourte er mit seinem aktuellen Solo-Rezital mit Beethoven „An die ferne Geliebte“ und Schumanns „Dichterliebe“.
Charity. Erinnerungsarbeit.
Regelmäßig stellt der Tenor seine Kunst guten Zwecken zur Verfügung, wie bspw. der St. Anna Kinderkrebsforschung im Rahmen eines Benefizkonzerts im Wiener Musikverein. Eines von Gürtelschmieds Herzensanliegen sind die „Österreichischen Kulturtage in Israel“: Ein von div. offiziellen Stellen wie dem Bundeskanzleramt, dem Nationalfonds u.v.a. gefördertes Projekt bei dem österreichische Künstler:innen den in Israel lebenden österr. Shoah-Überlebenden die Musik Ihrer Kindheit aus der alten Heimat wiederbringen.